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Montag, 01. August 2011

FILM FÜR LEBENSMÜDE
Von cityscout2, 17:35

Vor vielen Jahren hat mir ein Bekannter mal von dem Film "Das große Fressen" erzählt und sich dabei schiefgelacht: "Kennst du das 'Große Fressen'? HAHAHAHA!"

Weil er sonst auch fast nur von lustigen Filmen sprach, er war ein großer Fan vom "Großen Blonden mit dem schwarzen Schuh", Louis de Funez gesammelten Werken und nervte dauernd mit Zitaten aus Inspektor Clouseau (ich war damals eher in einer ernsten Lebensstimmung), dachte ich, auch das "große Fressen" sei eine Komödie und kaufte es neulich im Sonderangebot, sozusagen als Reminiszenz an den inzwischen verstorbenen Bekannten.

Wir machten es uns also mit dem "großen Fressen" gemütlich, die Kinder wurden rausgeschickt, es war ja ab 16, und warteten gespannt auf das Lustige.

Erst kam ein Koch, der mit seiner Messersammlung übers Wochenende seiner strengen Gattin entfliehen wollte. Dann ein irgendwie schwul wirkender Michel Piccoli, der seiner Tochter seinen Wohnungsschlüssel übergab. Und dann noch ein Typ, der in seine inzwischen gealterte Amme verknallt war und sich von ihr belecken und herumkommandieren ließ.

All diese Typen, einen sexsüchtigen Marcello Mastroianni, der trotzdem irgendwie frauenfeindlich rüberkam ("Verdammte Scheiße, wenn die so fett ist, dass man nicht hineinkommt!"), nicht zu vergessen, wollten sich zu Tode fressen, eine dicke Grundschullehrerin machte mit.

Das Lustige ließ auf sich warten.

Weshalb sie das wollten, wurde bis zum Schluss nicht klar. Sie hatten alle gute Berufe und sogar Hobbies. Sie hatten Geld und Freundinnen.

Also, Fazit, ein Film, an dem bloß Lebensmüde Spaß haben. Falls jemand anderer Meinung ist, meldet euch bitte. Würde mich mal interessieren, wer so etwas witzig findet und weshalb es ein Kultfilm geworden ist. Der einzige Gewinn: Man hatte hinterher 3 Tage keine Lust mehr auf Essen. Schon allein der tödliche brustförmige Pudding, an dem dann das Muttersöhnchen starb, das sich doch eigentlich eben erst in die Dicke verliebt hatte, war zu eklig.

Der Rest des Films handelte nur von Pupen und K..., es stank schon aus dem Bildschirm.

Da fragt man sich, was mit diesem Regisseur los war und lobt sich seinen Kempowski, der kann vornehm über Pupse schreiben!

Mein damaliger Bekannter war übrigens auch lebensmüde, schon in jungen Jahren, obwohl er es grandios überspielen konnte. Deswegen wird er "Das große Fressen" wohl auch gemocht haben. Das Leben hat ihm seinen Wunsch dann mit 35 Jahren erfüllt, aber ob er das dann immer noch wollte, kann ich nicht sagen.

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