Beeplog.de - Kostenlose Blogs Hier kostenloses Blog erstellen    Nächstes Blog   


 

Du befindest dich in der Kategorie: Allgemeines

Freitag, 18. Oktober 2013

NEU ERSCHIENEN
Von cityscout2, 11:21

Am 11.Oktober ist die Anthologie "Trotz alledem" anlässlich der Berner Bücherwochen herausgekommen. Drin steht auch mein Gedicht "Gedenkstätte Barhof 2013". Das Werk ist im Geest-Verlag erschienen und kostet 15 Euro. Im Vorwort beklagt man ein wenig, dass die meisten Beiträge unpolitisch seien, sich nur ums Eigene drehten... Puh, da habe ich ja noch mal Glück gehabt. Der Titel ist nämlich von Ferdinand Freiligraths Vormärz-Poem entliehen.

Herbstliche Grüße, auf zum Blättersammeln!

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Freitag, 27. September 2013

Onwar spricht: "Die Zeit zerfällt"
Von cityscout2, 18:24

Vor vielen Jahren zitierte ich diese Verse aus irgendeinem Lyrikband, soweit ich mich erinnere. Dieser Vers - Verfasser unbekannt - steht nirgends im Internet. Ein gutes Zeichen, aber auch ein Signal, dass diese Worte bald komplett in Vergessenheit geraten und nie wieder zitiert werden werden.
Onwar : Im WWW unauffindbar!
Der volle Vers lautete: "Onwar spricht, die Zeit zerfällt und unser Dasein blüht am Wegrand zwischen Stein und Feld"
Viele Theorien kreisen um die Vermutung, dass die Zeit von Beginn an im Ganzen vorhanden ist und nur weniger wird, also "zerfällt".
Man merkt es am eigenen Leben, als Kind lebt man noch gottähnlich als Herrscherin über die endlos erscheinende Zeit, die man besitzt, das wird dann immer weniger.
Von meinem letzten Eintrag bis heute, das erscheint mir so kurz, nicht als ob schon wieder zwei Monate vergangen wären und so fand ich, dass es Zeit wäre für den nächsten Eintrag...

JUBILÄUMSEINTRAG: BEITRAG NUMERO 70
Auch wenn es niemand liest, irgendwer wird es doch irgendwann lesen.

Inzwischen habe ich mich wieder an verschiedenen Anthologien beteiligt.

Im Oktober erscheint anlässlich der Berner Bücherwochen (Berne in Niedersachsen) eine Textsammlung zum Thema
 
"Trotz alledem"

mit einem Gedicht von mir zum Thema Landerziehungsheime in der NS-Zeit (in denen man die Babys von Zwangsarbeiterinnen absichtlich sterben ließ).

Erscheinungsdatum ist der 11. Oktober 2013.

Seit ich mich auf diesem Markt bewege, habe ich erst einmal gesehen, wie viele Tausende und Abertausende Menschen schreiben und veröffentlichen wollen und alles dafür tun würden, endlich Gehör zu finden und vor allem ein bisschen Ruhm zu ernten für ihre Mühe.
Im Radio kam ein Beitrag über eine Gruppe "Kommando Thorben" oder so ähnlich, alles abgelehnte Bewerber für ein Stipendium des Literarischen Colloquiums am Wannsee, Hunderte waren abgelehnt worden und die Sekretärin hatte aus Versehen allen alle Namen geschickt. Seitdem treffen sie sich oft, um sich auszutauschen und zu schreiben.
Der bekannteste deutsche Literaturkritiker, Marcel Reich-Ranicki, den ich noch selbst an der Freien Universität zu Anfang der 90er Jahre erlebt habe und dessen Vorträge mir immer gefielen - sie waren nie langweilig - kann ihnen nicht mehr gefährlich werden, er segnete letzte Woche das Zeitliche. Adieu, Marcel Reich-Ranicki, du hast auch meinen Weg durch die Welt der Literatur mitgeprägt. In meinem Schrank steht deine Autobiografie (wollte ich schon mal verkaufen) und "Deutsche Literatur in Ost und West" oder "-West und Ost", was ich mir als junge Studentin ins Regal stellte.
Auch Daniel Kehlmann mit seinem "F"-Roman, den ich kürzlich geschenkt bekam, braucht keine Kritik mehr von dir zu fürchten. Das hat übrigens auch Elke Heidenreich im "Stern" mit 10 Worten erledigt. Ich hätte schon ein paar mehr Worte für dieses Werk übrig, es liest sich ganz locker, ein Pfarrer, der nicht an Gott glaubt, aber frisst, ein schwuler und ein bösartiger Bruder, ein komischer Vater, der lieber Bücher schreibt, als dass er mit seinen Söhnen lebt (warum geht das nicht zusammen???), alles in allem ist fast nur von Männern die Rede. Warum das?

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Donnerstag, 22. August 2013

SÜDLICHES
Von cityscout2, 18:31

Liebe Leser,

hier möchte ich euch auf "meine" jüngste Neuerscheinung aufmerksam machen. Lasst euch vom Titel nicht einschüchtern, sie (wieder eine Anthologie) heißt "Ein Hauch von Süden", kostet 12 Euro und kann bei mir oder auch im Elbverlag bestellt werden. Darin finden sich unter anderem 2 Gedichte von mir, die in Südfrankreich entstanden sind.

Viel Spaß!



PS: Freut euch auf weitere Veröffentlichungen vom Cityscout im Herbst. Genaueres werdet ihr hier auf der Website erfahren :)

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Montag, 08. April 2013

NICHT OHNE MEINEN EIERSCHNEIDER
Von cityscout2, 11:20

Ich besitze einen alten Eierschneider, "Made in Germany West", der mindestens, na, sagen wir, 60 Jahre auf dem Buckel hat. Ein fast so unverwüstliches Ding wie meine geerbte Kartoffelpresse, mit der immer zu Festen und Feiertagen die familiären Klöße hergestellt wurden. Zu solchen Diensten wurde mein Großvater eingespannt, genauso wie zum Kartoffel-Reiben für Puffer. Er konnte das am besten. Nicht so das Eierschneiden. Das machten die weiblichen Familienmitglieder. Eine zutiefst poetische Angelegenheit, wie da das wahrscheinlich kalte Ei (ich versuchte es neulich mit einem heißen Ei, das war nix) in die Ausbuchtung gelegt wurde, die eine gestreifte Mischung aus Viereck und Oval ist. Und dann die feinen Drähte, die wie bei einer Harfe nebeneinander angeordnet sind und auf das Ei heruntergeklappt werden, es in Scheiben schneiden. Wegen dieser Drähte nennt oder nannte man den Eierschneider in Berlin auch "Eierharfe". Das Baby, "Forschergeist in Windeln", wird, nachdem es fasziniert das Zerschneiden des Eis beobachtet hat, natürlich versuchen, alle möglichen Dinge in den Eierschneider zu legen und in Scheiben zu schneiden. Es könnte versuchen, eine Kelle aus dem 20. Jahrhundert hineinzulegen, die ist auch zum Teil rund. Damit hätte es schon erkannt, dass man runde Dinge in die Ausbuchtung legen soll. Es könnte aber auch probieren, wie sich Blätter, Brot oder Blumenerde oder ein Teebeutel in Scheiben schneiden lassen... Ich denke an einen jungen Bekannten, der zu gemeinsamen Frühstücken mit der Singgruppe immer hartgekochte Eier, einen winzigen Salzstreuer und einen Eierschneider mitbrachte. Ich weiß nicht, ob der auch so alt war wie meiner, aber es könnte sein, sprach doch dieser Junge oft von seinem Großvater. Wer unseren Schneider mit in die Familie gebracht hat, ist nicht bekannt. Ich könnte meine Tante fragen, aber die ist schon 1968 bei uns ausgezogen. Es könnte sein, dass der Eierschneider gemeinschaftlich angeschafft wurde, um die Platten mit Häppchen bzw. Kanapées oder Kaviarbroten, die in den 60er Jahren zu Festen und Taufen angerichtet wurden, mit Eierscheiben zu dekorieren. Diese Eierscheiben sind aus dem öffentlichen Diskurs verschwunden. Allenfalls im Hinterstübchen der Backketten, wo fleißige Minijobberinnen optisch attraktive belegte Baguettebrötchen herstellen (das versuchte mir in Berlin mal eine sehr nette Dame beizubringen, als ich selbst in einer Backkette anheuerte, ist gar nicht so einfach; dort gab es jedoch KEINEN Eierschneider, jedenfalls kann ich mich nicht dran erinnern. Entweder schnitten wir das Ei mit dem Messer oder die Eier wurden fertig geschnitten angeliefert, so wie die Masse für das Rührei. Einen tollen Trick zum Tortenschneiden habe ich mir aber gemerkt: Tauche das Messer vorher in heißes (?) Wasser, dann sieht das abgeschnittene Tortenstück nicht so unordentlich aus!) werden noch Eierschneider eingesetzt. Oder im Hotel Adlon. Oder etwa doch? Ein Blick auf Wikipedia ergab, dass der Eierschneider in unverändertem Design immer noch bei WMF und Co. erhältlich ist, und zwar UNVERÄNDERT SEIT SEINER ERFINDUNG im Jahre 1908. Außerdem ist dort zu lesen, dass er einer der ersten Welterfolge im Bereich der Massenprodukte gewesen ist und seinem Erfinder Ruhm und Ehre ei(N)gebracht hat. Bei eBay gibt es sogar einen Eierstifte-Schneider, da muss man die Drähte dann einmal längs und einmal quer auf das Ei niedersausen lassen. Das erinnert mich an meine Maschine aus der Kinderzeitschrift "YPS", mit der man VIERECKIGE Eier zaubern konnte, ein absoluter Hingucker. Die Erwachsenen, die zwar Eierschneider besaßen, aber ansonsten nicht darüber philosophierten, fanden das natürlich "QUATSCH", auf den Link wären sie gar nicht gekommen. Die viereckigen Eier hätten auch schlecht in den Eierschneider gepasst. Da ich das alles so herrlich poetisch finde, habe ich beschlossen, meinen Eierschneider jetzt auch überall mitzuführen, zum Beispiel ins Operncafé, das es nicht mehr gibt. Dort bestelle ich mir ein Sektfrühstück für Zwei (es könnte ja sein, dass noch jemand kommt, wenn nicht, hab ich ein Doggybag mit...), da sind zwei mittelhartgekochte Eier dabei, und während ich "Die Eroberung des Nutzlosen" von Werner Herzog lese, frühstücke ich, indem ich mir zwischen den Zeilen ein Eibrötchen mit Eierscheiben mache (und nicht mit so Rührei aus Fertig-Vollei, das schmutziggelb in Plastikkanistern an die gastronomischen Betriebe geliefert wird), die ich mithilfe meines Schneiders hergestellt habe! Wenn das nicht ein Anlass für Gespräche ist. Nur schade, dass das Operncafé nicht mehr existiert. Könnte natürlich auch ein Picknick machen, wenn es endlich mal wärmer wird, dann würde ich Eier von meinen eigenen Hühnern mitnehmen. Dabei läse ich Sarah Wieners Nachhaltgkeitsschriften, wie am letzten Wochenende in der TAZ eine Kostprobe stand. Sie sah auf den Fotos ganz schön müde aus von ihrem Kampf um Nachhaltigkeit, aber den unterstütze ich voll. "Iss nur etwas, was deine Großmutter als Essen erkannt hätte!" Ja, woher soll man das bitte wissen? Das Essen vom fahrbaren Mittagstisch war es jedenfalls nicht. Das kippte sie auch immer gerne weg. Fragen kann man nun nicht mehr. Aber Eierscheiben waren sowieso nicht dabei.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Mittwoch, 20. März 2013

MILKY WAY
Von cityscout2, 13:59

Also, ich bin schon vor Ur-Zeiten weit gereist. Damals waren meine heutigen Kolleginnen und Kollegen zum Teil noch Kleinkinder. Heute reist ja praktisch jeder nach Thailand oder Timbuktu, NETTO-Reisen, REWE-Reisen, ALDI-Reisen macht's möglich, gibt nur selten einer zu. Wir fahren allein schon wegen der Babys seit Jahren nur noch an die Ostsee. Und so kam es, dass eine Kollegin vor kurzem ungläubig guckte, als ich ihr von meiner Reise in die ägyptische Wüste erzählte.
"Was, DUUUU warst schon in Ägypten?"
Sie hält mich sowieso für einen Langweiler, weil ich kein Eins-Live höre, sondern Kulturradio, keine Fußballer persönlich kenne und eben nie weite Reisen mache.
"Ja", sagte ich, "dort habe ich in der Wüste übernachtet und die Milchstraße gesehen."
Die Geschichte "Milky Way" werde ich übrigens im Elbverlag in der Anthologie "Menschen unterm Sternenhimmel" veröffentlichen.
Man verdient nix dran, kann aber einen Hotelgutschein im Frankenwald gewinnen.

www.elbverlag.de


Ein Buch mit seinem Text muss man sich allerdings selbst kaufen, falls man das möchte. Nix für ungut.
Wenn die Story fertig ist, wird sie hier vielleicht auch veröffentlicht.
Den Preis der Leipziger Buchmesse hat ja dieses Jahr David Wagner ("Leben") gewonnen, und man fragt sich, ob er denn wirklich so schwer erkrankt war. Das sah man ihm überhaupt nicht an, als man ihn anno 1995ff. regelmäßig in Prenzlauer Berg bei Rossmann traf, selbstredend in nachtblauer Hose. Er hatte immer 4 Äpfel dabei. Gute Genesung und herzlichen Glückwunsch!
Bei Dussmann (mal nicht Amazonien) könnte, wer wollte, eine Probe aus "Leben" lesen, eine Art Krankenhausroman mit selbstironischer Note.
Auf den Vergleich mit Proust ist Wagner bestimmt stolz...
Auf den Erfolg von MondSilber Licht der "Hobby-Autorin" (ARD-Reporter) Marah Woolf mit 70.000 heruntergeladenen Exemplaren könnte man direkt ein wenig neidisch werden, WENN man Fantasy-Hobbyautor wäre...
Nun zur LYRIK (allein wegen Google Chrome schreibt euer Cityscout nur noch so selten...):
Gut scheint die Site www.lyrikzeitung.com
Dahinter steckt ein...Greifswalder Literaturwissenschaftler,
ein Lyrikfreund, der umfassend die Lyrikszene unserer Tage kommentiert und auch auf Debütanten eingeht.
Vor der ominösen "Frankfurter Anthologie" (dort kann jeder sein Gedicht veröffentlichen) wird allerdings gewarnt, die sei nur eine gute Geschäftsidee und bestenfalls ein Geschenk für Tante Hilde, nur wer niemals als Dichter etwas werden wolle, solle dort veröffentlichen (Puh, Glück gehabt!)
Überhaupt geht's ja drum: Was darf man heute überhaupt noch dichten?
Die Frage würde ich gerne mal Ann Cotten und Konsorten stellen (Moni Rinck, Gingka Steinwachs, Fritzi Mayröcker und Dagmar Nick (von der ich noch nie was gehört hatte, die aber neben Hilde Domin die wichtigste Lyrikerin der Gegenwart sein soll...)
Bei Ann Cotten erschließt sich mir selten ein Zugang...
So muss es Schülern gehen, die in puncto Lyrik "talentfrei" sind, die Gedichte einfach nicht begreifen.
"Florida Räume" heißt eines ihrer jüngsten Werke.
Anders bei Hilde Domin, die ist meine Freundin. Da leckt das Haustier Freude die Tränen von den Träumen, dass es eine Kunst ist.
Dann gibt's noch Almut SANDIG, die ist auch kurios. Gewann den Mondseer Förder-Preis.
Alles andere mal mündlich auf der Lesebühne.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Montag, 11. Februar 2013

SYLVIA PLATH, SCHADE, DASS DU UNS VERLASSEN HAST
Von cityscout2, 18:37

Vor 50 Jahren nahm sich eine Frau das Leben, die zu den intelligentesten und begabtesten Lyrikerinnen Europas zählt. Sie gilt als Vorreiterin der Frauenbewegung. Sylvia wurde nur 30 Jahre alt. Alleinerziehend und depressiv, hinterließ sie mitten in der selbsterlangten Unabhängigkeit ihre 2 kleinen Kinder und steckte den Kopf in den Ofen. Der Nachbar, der etwas hätte ahnen können, half ihr nicht.
Diese Frau war eine Meisterin der Sprache und insbesondere des geschriebenen Worts. Ihr Roman "Unter der Glasglocke", den wir zu Schulzeiten von unserem Englischlehrer empfohlen bekamen, wurde ein Welterfolg.
Später erstand ich im Pariser Buchladen Shakespeare and Company ihre Gedichte (mit Stempel!)
Eine Mitschülerin besaß sogar die Briefsammlung "Letters home", die ihr gestörtes Mutterverhältnis dokumentieren.
Mit dem Ehemann Ted Hughes hatte sie leider nicht viel Glück.
Sie verließ ihn, weil er sie betrog. Außerdem war er - selbst Dichter - eifersüchtig, weil sie viel besser dichten konnte.

Bedauerlicherweise speiste sich ihre Kreativität aus ihrem seit der Jugend an ihr nagenden Leiden der Traurigkeit und am Ende hat es sie besiegt.
Was wäre noch alles aus dieser Feder geflossen.
Was ist eigentlich aus den armen Kindern geworden?

Der Frage bin ich gestern noch nachgegangen und fand heraus, dass der Sohn 2009 ebenfalls Selbstmord begangen hat (er war Meeresbiologe) und die Tochter Frieda, die ihrer Mutter bis aufs Haar gleicht, Schriftstellerin und Künstlerin geworden ist! Sie ist dem furchtbaren Erbe hoffentlich entgangen. Schlimm ist es auch Sylvias Rivalin ergangen, wegen der Ted sie seinerzeit aufgegeben hat: Sie brachte sich und das Kind, das sie mit ihm hatte, auch um. Der Mann war entweder furchtbar oder hatte eine Vorliebe für depressive Frauen.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Montag, 04. Februar 2013

DENIS SCHECK, DER BÜRGERSCHRECK
Von cityscout2, 10:21

Wie bekommt man zum Thema Literatur in wenigen Tagen über 3400 Klicks auf Youtube? Man malt sich schwarz an, zieht weiße Handschuhe an und verteidigt als Sarottimohr der Literatur den Gebrauch des Wortes "Neger" in Kinderbüchern.

www.youtube.com/watch


Die User-Kommentare sind unterschiedlich, von "Inhalt verändert sich nicht durch Auswechseln des Wortes" bis "Latenter Sprachrassismus in Deutschland nervt".

In unserer kleinen Stadt hat sich ein Mitglied des Ausländerrats darum bemüht, dass die ollen Pippi-Langstrumpf-Bücher in den Bibliotheken ausgewechselt würden, bislang fand er kein Gehör.

Ich kann mir zwar sehr gut vorstellen, Kindern die Bedeutung der alten Wörter zu erklären, aber ich habe auch nichts dagegen, dass die Verlage sie auswechseln. Man muss sie deshalb nicht beschimpfen und mit dem Wahrheitsministerium bei George Orwells 1984 vergleichen, das die Vergangenheit umschrieb.

Die Vergangenheit wird durch das Auswechseln der Worte nicht umgeschrieben, es wird nur etwas, das wir heute als schmerzlich empfinden, ausgewechselt, was früher selbstverständlich so gesagt wurde.
Es geht um die bewusste Wahrnehmung von Sprache, im Gegensatz zu kopflosem Geplapper.

Das erinnert mich an eine Erzieherin, die in den 1970er Jahren oft sagte, wenn ein Kind sie nervte: "Den (oder die)  könnt' ick vergasen!!"
Das störte auch solange nicht, bis man sich mal wirklich Gedanken über das Wort und seine Herkunft machte.

Das Wort "Neger" mag ganz populär gewesen sein ("Negerkuss", "Neger abseilen", "Negerkopf" (ein französisches Gebäck)), ist aber heute stark belastet und politically not correct, weil es an die Zeiten der Sklaverei erinnert und zum menschenverachtenden Schimpfwort geworden ist. "Du bist mein Neger" hieß bei uns zu Schulzeiten "du bist mein Diener". Das benutzten natürlich nur Oarschis.

Aber der Herr Scheck, bekannt als Frauenfreund, hat sich vielleicht niemals tiefere Gedanken über den Hintergrund dieses Wortes und die von diesem Wort Betroffenen gemacht, sonst würde er seinen Gebrauch nicht so karnevalesk verteidigen.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


SHAME ON JOHN DOS PASSOS!
Von cityscout2, 09:47

Vor mir liegt - aufgeschlagen - der berühmte Roman "Manhattan Transfer" des 1970 verstorbenen John Dos Passos. Einer der berühmtesten Romane der Welt. Ein Revolutionär unter den Romanen. Millionenfach verkauft und gelesen.
Ich selbst kaufte ihn vor...gefühlten 100 Jahren, in Wirklichkeit erschien er in den 1950er Jahren.
Auf der ersten Seite, das ist mir vorher nie aufgefallen, steht etwas über eine Krankenschwester, die in ein Körbchen mit einem Neugeborenen guckt.
Und wie beschreibt der Autor diesen Eindruck der - man beachte: weiblichen ! - Kinderschwester?

"Das Neugeborene krümmte sich kläglich in der Watte wie ein Knäuel Regenwürmer"...


Die Frage ist: Was hatte der Autor gegen Neugeborene? Was will er mit diesem Vergleich sagen? Ich bin dafür, den Roman umzuschreiben, so sollte man es jedenfalls nicht stehenlassen. Was meint ihr? Macht Vorschläge!

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Mittwoch, 30. Januar 2013

RETTET DIE BIENEN! SAVE THE BEES!
Von cityscout2, 08:57

Ihr könnt mithelfen, das Verbot von Pestiziden, die die Bienen ausrotten, in Europa durchzusetzen. Folgt dem Link zum Netzwerk Avaaz und unterzeichnet, wenn ihr etwas für die Bienchen tun wollt.
www.avaaz.org/de/hours_to_save_the_bees/
Da ja hier auf meiner Website erfahrungsgemäß nicht gerade ein Getümmel wie im Bienenstock ist, werde ich den Link jetzt auch noch per Mail herumleiten. Von manchen Bienenvölkern leben nur noch 4%, so ähnlich ist das Besuchsaufkommen hier bei cityscout. Verstehe ich gar nicht...
Leider bin ich nicht populär wie Joey oder ähnliche dümmlich-sympathische Kuscheltierchen der Germanen.
Der Unterschied ist nur: Ohne Bienen sterben die Nüsse aus, ohne Leser schreibt cityscout mehr und mehr und Meeeeeer und eines Tages...
...gibt's auch wieder was Neues hier zu lesen.
Rechts finden Interessierte die Rangliste der Pressefreiheit, die die Organisation Reporter Ohne Grenzen erstellt hat.
Deutschland rangiert im Mittelfeld auf Rang 17...

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Dienstag, 01. Januar 2013

EIN GUTES JAHR 2013...
Von cityscout2, 18:30

...mit allem, was ihr euch erträumt habt, wünschen euch

Cityscout & friends:

www.fotocommunity.de/pc/pc/display/28040900

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Freitag, 21. Dezember 2012

WEIHNACHTSSPECIAL (Tragi-Satire)
Von cityscout2, 12:02

Hallo, ihr Lieben und Nicht-Lieben,

habe heute - drei Tage vor Weihnachten wieder einmal den Fehler gemacht und in einer meiner zahlreichen abonnierten Zeitschriften gelesen. Seit Monaten oder Jahren habe ich mir schon vorgenommen, alle Presse abzubestellen, komme aber nie dazu. Die Lektüre von Werbeprospekten kostet schon soviel Zeit und wenn man sich dann noch in den einen oder anderen Zeitungsartikel vertieft, ist der kreative Ofen aus!
Ein triftiger Grund, keine Papierzeitungen mehr zu lesen, ist allerdings das Papier.
Obwohl ich immer zu den Papierzeitungsverfechterinnen gehörte, ist nun auch damit Schluss - zum Wohl des Regenwaldes befürworte ich sogar das Papierzeitungssterben.
Mit der Freude an Weihnachtssternen ist es ebenso vorbei - sie werden zu Millionen irgendwo unter hohem gesundheitlichen Risiko der Leute hergestellt, also darf man sich auch für die herrlichen tiefroten oder engelweißen oder wie auch immer eingefärbten Pflänzchen nicht mehr begeistern.
Über echte Christbäume schon gar nicht! Was soll die Wegschmeißerei, eine Woche nach Neujahr? Seit Jahren haben wir einen aus Plastik, made in China wahrscheinlich oder hat man inzwischen schon etwas von umweltfreundlich produzierten Plastikbäumchen gehört? Hoffen wir, dass kein Melamin drin ist und wenn doch: dass das Baby nicht dran leckt...
Denn ganz aufs Bäumchen-Glöckchen-Kränzchen-Tingeltangel-Klingeling möchte man ja nun auch nicht verzichten.
Der Freundes- und erweiterte Bekanntenkreis sieht das FEST unterschiedlich:

- Die afrikanischen Freunde weinen, weil es hier so ruhig ist. Auf dem Subkontinent ist Christmas ein lautes Fest der Freude und alle rennen auf der Straße herum, allerdings erst am 25. Dezember.
Dafür gibt es keine Geschenkeverordnung und keine Adventskränze.
Für alle, die erstmals hier feiern, ist ein Kulturschock vorprogrammiert.

- Die türkischen Freunde stellen auf Wunsch der Kinder inzwischen Bäume auf, obwohl sie Weihnachten nicht feiern.

- Die jüdischen Freunde aus Übersee feiern auch nicht, vermissen aber die Weihnachtsbräuche in Deutschland und 'Österreich, wo sie als Kinder gelebt haben.

- Die deutschen Freunde essen Bio-Gans oder selbst aufgezogenes, selbst geschlachtetes Getier oder sind (noch immer) Veganer.

- Von den russischen bzw. russlanddeutschen Nachbarn wissen wir nichts.
Die wollen Strom sparen, haben auch keine Weihnachtsbeleuchtung an den Häusern.

- Wiglaf Droste schreibt wahrscheinlich an einer neuen Kolumne. Letztens hat er uns den Begriff "Nachhaltigkeit" vermiest.

- Tim Raue veröffentlichte im FAZ-Magazin, dass er seine Eltern seit 12 Jahren nicht kontaktiert habe und dies auch nicht zu Weihnachten vorhabe.

- Womit ich wieder bei der Zeitschriften-Lektüre bin. Las also den Artikel "Wenn das Kind stirbt" im Magazin "Das Magazin" und konnte danach keine Weihnachtsvorbereitungen mehr treffen, weil ich morgens schon in der FAZ von gestern gelesen hatte, dass ein Vater in den USA sein Adoptivkind bei Sommerhitze im Auto VERGESSEN hatte und das starb natürlich, so lange Arbeitstage wie die da drüben haben. Dies wurde zum Politikum zwischen Russland und Amerika, weil die Russen jetzt diesen Vater und dessen Rechtsanwalt (Vater wurde freigesprochen) nicht mehr einreisen lassen, aber nur, weil Obama auch eine lange Liste mit russischen Namen erstellt hat, die nicht mehr einreisen dürfen. Davon wird der kleine Dimitrij nicht wieder lebendig.

- Naja, ich hoffe, ihr seid nicht verwundert, dass hier soviel Kritisches steht, aber ich glaube, ihr wusstet es schon vorher, dass hier im Fall des Falles nicht nur

MERRY CHRISTMAS


steht (Das wünsche ich euch allen natürlich trotzdem!).

Anbei noch der Link zum Welthunger-Index 2012:

www.welthungerhilfe.org

Auf Utopia findet sich auch eine Diskussion zu dem Thema (über Jean Zieglers Buch "Wir lassen sie verhungern"), mit einigen guten Links und Anregungen. Den Link zu Utopia findet ihr wie gehabt rechts unter "Links".


[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Sonntag, 09. Dezember 2012

OLLE FREUNDE
Von cityscout2, 17:09

Sorry, liebe Leser,

wenn ich euch so selten mit Neuigkeiten kommen kann, doch
das ist auch a weng Programm
erst muss ja alles reifen
bevor es fruchtet dann (usw.)

Treffen mit alten Freunden enden ja meist in Katastrophen, erzählte mir eine langjährige Freundin, die irgendwann von der Diva zur Familienmutter wurde.
Eigentlich ist sie noch Diva, aber das nimmt ihr mit vier kleinen Kindern fast niemand mehr ab, außer mir zum Beispiel.
Und ich kenne sie fast dreißig Jahre.
Ihre Ex-Verehrer sind heute fast alle um die fünfzig.
Manche hat sie wiedergetroffen, aber immer nur einmal.
Entweder haben die angesichts der Kinderschar die Flucht ergriffen oder sie waren langweilig geworden - eventuell waren die früher schon langweilig und man hat sie sich schöngetrunken, meinte Bettina (Name von der Redaktion geändert).
Ähnliche Erfahrungen hat die Schriftstellerin Manuela Reichardt in ihrem interessanten, aber deprimierenden Buch "Zehn Minuten und ein ganzes Leben" geschildert, sowas von deprimierend!
Bevor man sich also mit Ex-Verehrern trifft und ein unschönes Erlebnis riskiert, sollte man, wenn man nicht gerade zu den Wahrheitsfanatikern gehört, die unbedingt die Vergangenheit nochmal umschreiben wollen, es mit einem Rendezvous mit alten Freunden aus der Literatur probieren.
Hier könnte die Begegnung angenehmer sein, da es nie eine in der Realität der Realität, sondern nur eine in der Realität des Romans gab, den die Herren (oder auch Damen, bitte verzeiht die ER-Form in diesem Artikel, denkt euch die weibliche Form einfach hinzu)geschrieben haben
.

Ich jedenfalls bevorzuge solche Treffen und landete letzte Woche bei Georg Klein, der heuer eine Gastdozentur an unserer Uni innehat.
Witzig! (Die Studenten schrieben allerdings bloß mit, lachten bei den elegant eingestreuten Witzen nie oder nur vereinzelt, bei denen ist Literatur wahrscheinlich bloß Arbeit)

Er las nach Vorwarnung, man könne doch jetzt noch den Raum verlassen, er würde es auch nicht verraten, zehn Seiten aus seinem neuen Roman über Marsmenschen.
Georg Klein ist eine Mischung aus Germanist und Schriftsteller, was ihn für eine Dozentur geeignet macht.
Die Vorlesung war trotzdem viel lebendiger als so manche Germanisten-Vorstellung.
Ihn kenne ich schon lange aus Funk und Fernsehen, aus Zeitungen und Büchern, er zählt zu den bekanntesten deutschen Autoren der Gegenwart.
Die Art, alles in einer Phantasiewelt spielen zu lassen, die keinen Rückbezug auf die Wirklichkeit hat, ist zwar nicht so mein Ding, aber ein Trend oder eine Richtung.
Sybille Lewitscharoff, die Schwester des gleichnamigen Michael, mit dem ich 1990 in seiner Berliner Werbeagentur ein sehr nettes Interview führte, und dem sie früher als Buchhalterin geholfen hat, tut ein Gleiches.
Sie hat auch eine Dozentur, in Köln.
Nun habe ich doch noch eine weibliche Figur als Ausgleich gefunden, und Verehrern wie Verehrerinnen der Literatur eine gute Vorlage geliefert!
Diven, verabredet euch mit der Literatur, nicht mit ollen Ex-Verehrern!

Schaumige Adventszeit!

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Montag, 26. November 2012

SAFE MOTHERHOOD QUILT PROJECT
Von cityscout2, 14:20

Ist Müttersterblichkeit bei der Geburt ein Relikt vergangener Zeiten?
Weit gefehlt!
Durch falsche Medikamente, gefährliche Geburtsmethoden oder einfach durch Fehler bei der Behandlung und falsche Entscheidungen sterben auch heute noch viele Frauen, wenn sie Leben schenken wollen.
Das Medikament "Cytotec", eigentlich eine Abtreibungspille bzw. einst zur Bekämpfung von Magengeschwüren erfunden, kann zum Killer werden - meist wird die Schwangere vor der Einnahme gar nicht genug über die Risiken aufgeklärt.
Viele Frauen verbluten bei der Geburt.
Ihnen zum Gedenken hat die berühmte Hebamme Ina May Gaskin, auf die mich glücklicherweise eine bekannte Hebamme hinwies, das
SAFE MOTHERHOOD QUILT PROJECT
ins Leben gerufen, wo für jede verstorbene Mutter ein kleines Stück Stoff hinzugefügt werden und auf ihr Schicksal hingewiesen werden kann.
Rechts unter Links findet ihr den Link zu diesem Projekt.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Dienstag, 30. Oktober 2012

ANTHOLOGIE
Von cityscout2, 14:59

Hier stelle ich euch eine neu erschienene Anthologie vor, die auch  Gedichte von mir enthält:



Die Veranstaltungen des Brüggener Literaturherbstes finden aktuell statt, ihr könnt sie besuchen, falls ihr in der Nähe seid. Das Programm könnt ihr googeln!
Die Anthologie kostet 15 Euro und ist im Geest-Verlag erschienen.
Lyrikfans können sie auch bei mir ermäßigt beziehen.
Habe zwar keinen "Shop" wie Nina Hagen (die auch bei Beepworld ist), aber ihr könnt mir unter "Kommentare" schreiben.

[Kommentare (10) | Kommentar erstellen | Permalink]


Freitag, 26. Oktober 2012

BROWSENDER STURM
Von cityscout2, 11:55

So, nun ist alles wieder möglich, mit dem geupdateten Browser! Der stürzt allerdings dauernd ab...
Eine Verschwörung von GOOGLE?
Wer weiß.
Demnächst geht es hier also fröhlich weiter, bleibt dabei :)

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Donnerstag, 27. September 2012

GEHTS NOCH LANGWEILIGER?
Von cityscout2, 11:16

"Ein plötzlicher Todesfall" heißt der neue Rowling und soll mit diesem öden Titel auch noch Millionenseller werden... Oh, Frau! Wie heißt er denn in Englisch? Muss ich nachgucken. Wie kann man sich als reichste Frau Englands nur so einen Schnarch-Titel ausdenken? Oder ist das gerade Verkaufsstrategie? Naja, wird sich sicher bombig verkaufen, gute Nacht dann. Über mein langweiliges Layout müsst ihr euch auch nicht wundern, hier gibts keine Extraoptionen mehr, weiß auch nicht, was los ist. Vielleicht war das bei der Rowling genauso, vielleicht hat ein Schreibprogramm den Wälzer verzapft und dann ist sie nicht mehr da rausgekommen... Noch nichtmal Absätze kann ich noch machen, was ist denn los? Sollte die Website eines plötzlichen Todes sterben, verzeiht bitte, dass ich euch keine Traueranzeigen geschickt habe. Heute auch wieder keinerlei Rückmeldungen... Möchte echt mal wissen, wer die 1282 Besucher sind. LEUTE! Kauft Cityscout, nicht Rowling! Nachtrag, 2.12.12 Meine Äußerungen oben muss ich heute revidieren, jetzt interessiert mich "Ein plötzlicher Todesfall" doch, nachdem ich eine Kritik darüber gelesen habe, in der der Roman sehr sachlich als Hasstirade gegen gesellschaftliche Verlogenheit analysiert wurde. Joanne hatte es wohl nicht nötig, einen phantasievolleren Titel zu wählen, sie ist berühmt genug, dass sich das Werk auch so absetzen läßt. Diese Ehrlichkeit - sie ist niemandem gegenüber verpflichtet, etwas schönzureden - ist interessant. Die Sprache soll nicht das Kunstwerk sein, sondern der Inhalt. Na, da werden wir bei Gelegenheit reinschauen.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Mittwoch, 15. August 2012

EIN HERZ FÜR LYRIK
Von cityscout2, 12:17

Lyrik hat gewonnen
beim HILDESHEIMER LYRIKPREIS 2012!
 
Und das Tollste ist: Cityscout ist dabei!
Sogar Platz 8 im User-Voting, von insgesamt 1.600
Gedichten, die hochgeladen wurden.

Hier könnt ihr die Ergebnisse lesen:

www.lyrik-bestenliste.de/sites/gewinnergedichte_2012.htm

Wer sich näher für diesen Wettbewerb interessiert, kann über den obigen Link zur Website des Hildesheimer Lyrikpreises gelangen und dort die Gewinnergedichte und viele andere Informationen lesen.

Beeindruckend, dass sich so viele Leute (1600) an einem Lyrikwettbewerb beteiligen. Einige Gedichte hatten zwar nicht viel mit dem Thema "Wenn die Zeit stehen bleibt" zu tun, aber was soll's.
Das Thema war ja sehr weit gefasst und es war spannend zu lesen, wie unterschiedlich die eingereichten Gedichte dann auch waren.
Allerdings ist anzumerken, dass wirklich gute Gedichte manchmal nur sehr wenige Stimmen im User-Voting bekommen haben und dadurch gar nicht mehr aufgetaucht sind, während man bei manchen Gedichten gar nicht wusste, warum die solchen Zuspruch hatten.
Ganz großartig gelungen ist das Gedicht "Wenn die Erinnerungen" von Karin Posth. Auch sehr intensiv ist die Stimmung in dem Gedicht "Geburt", das auf dem 10. Platz landete - nur!



[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


DOCUMENTA - YES !!!
Von cityscout2, 11:52

Eigentlich wollte ich zur documenta mit Freunden gehen...
...erntete aber ausnahmslos zynische Kommentare oder wirtschaftlich motivierte Gegenargumente. Tenor:
"Wir bezahlen doch keinen Eintritt für angemalte Windhunde!!!"
Dabei bin ich vom diesjährigen Motto so begeistert, dass ich wirklich die documenta besuchen werde, allen Hindernissen und Unkenrufen zum Trotz.
Wenn es sein muss, eben ohne Freunde, diese Kunstverächter.
Es gibt allerdings auch prominente Verächter der berühmten Ausstellung, die behaupten, die Teilnehmer wären eine Art Arschlecker. Sozusagen Art-Arschlecker. Dieses Kraftwort ist eine Nachempfindung des indirekt zitierten Wortlauts eines Künstlers, dessen Name mir gerade nicht mehr einfällt (nicht dass Sie jetzt denken, ich könne mich aufgrund einer gesellschaftlichen Aphasie nicht mehr benehmen). Der Wortwitz ist natürlich meine Eigenkreation, Künstler sind meist nicht besonders wortgewandt. Muss auch nicht sein, dass ich an den Künstlernamen erinnere, da dieser es witzig findet, Hakenkreuze zu verkünstlern. Er hat lange schwarze Haare und erinnert mich entfernt an Amy Winehouse, äußerlich aber nur.
Aber ich schweife schon wieder ab.
Das Thema war das Motto der documenta, dass der Mensch nicht mehr das Maß aller Dinge sei.
Wie klug!
Leider besitze ich keinen eigenen Hund, um ihn mitzunehmen und auszuprobieren, wie er auf Kunst reagiert.
Aber wie wäre es mit Wellensittichen?
Der Kunst sollte eine lautere öffentliche Stimme verliehen werden, ihre edelste Aufgabe ist es, dem Menschen klarzumachen, dass er/sie  NICHT so wuchtig, äh, wichtig ist.
Leider, und da hat Mister Schwarzhaar Recht, denken auch die meisten Künstler nur ans Geld, zumindest die, die mal hochgejubelt wurden vom Kunstbetrieb.
Mal ehrlich: Muss man, nur weil man es als Künstler zu etwas gebracht hat, mit einem schwarzen Jaguar oder Ähnlichem durch die Gegend kutschieren?
Viel sinnvoller wäre es doch, anstatt mit Statussymbolen der alten Gesellschaft des Industriezeitalters zu hantieren, ein Zeichen zu setzen und auf dem Pferd zu kommen, einen Pfau als Begleiter.
Dies entspräche auch dem Trend zur dringend notwendigen Entschleunigung.
Dann könnte man noch ein paar Kinder mitbringen, deren Einfluss und Zugang auf und zu Kunst immer faszinierend ist.
Wenn ich mir so die Kunstwerke meiner Tochter ansehe, kann ich nur staunen. "Du wirst mal Künstlerin", habe ich neulich zu ihr gesagt und gleich den Fehler bemerkt.
Sie hat mich auch gleich gefragt: "Wieso WERDE ich mal Künstlerin?" Das mit dem Sein und dem Werden war ihr nicht ganz klar. Sie WAR doch schon eine!

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Montag, 02. Juli 2012

vergessen - nicht von cityscout!
Von cityscout2, 13:39

Ca. 1995 lernte ich eine junge, sehr junge Autorin kennen, jünger als ich.
Sie hieß Bettina Galvagni und war 19 Jahre alt.
Ein Bekannter, der eben dabei war, Kontakte zum Literaturhaus in der Berliner Fasanenstraße zu knüpfen, lud mich ein, zu ihrer Lesung zu kommen, da erfahrungsgemäß "bei solchen Lesungen Wenige kommen".
Ich also hin, wohnte eh um die Ecke.
Da Bettina Südtirolerin ist, begleitete mich auch ein Südtiroler Freund, der sich für Literatur interessierte, zu der Veranstaltung.
Was folgte, war eine Lesung aus ihrem Roman "Melancholia" mit anschließendem Empfang im kleinen Kreis in den Räumen des Literaturhauses, und wir lernten Bettina kennen.
Tatsächlich waren zu der Lesung nur ca. 5-10 Menschen erschienen, während zu Lesungen junger Hype- oder Oral poetry-Autoren stets brechend volle Sääle sind.
Warum?
Nun ja, erstens wurde wahrscheinlich kein Geld für Werbung ausgegeben.
Zweitens, Amazon und Facebook gab's noch nicht.
Drittens, der Roman ist traurig.
Viertens, die Autorin war auch melancholisch.
Da war kein Hype, kein Spaßfaktor, kein Brüller,
nur ein zerbrechlicher, sehr netter Mensch, der sich in den Literaturbetrieb vorwagte, zwei Romane, ein paar Gedichte und Artikel schrieb und dann wieder abtauchte, wahrscheinlich weil der zweite Roman verrissen wurde.
Schade!
In dem Roman "Melancholia" ging es um ein Mädchen, das ständig seine Strickjacke aus- und anzieht, Reclam-Bücher sammelt und ansonsten Probleme mit seiner Mutter hat, wahrscheinlich auch magersüchtig ist. Die Sprache war sehr intensiv, ich kann mich gut daran erinnern, bis heute, 17 Jahre später. Ihrem zwoten Buch "Persona", das ich soeben für 1 Cent bei A. erstanden habe und worauf ich sehr gespannt bin, wurde vorgeworfen, "keine eigene Sprache" zu haben.
Bettina war solche Holzhammer-Kritik wahrscheinlich zu blöde, um noch mehr Romane zu schreiben.
Sie gilt inzwischen als "Fräuleinwunder vom Grabbeltisch - Vergessene Autoren":
www.zeit.de/online/2008/14/vergessene-autoren
Ich habe noch zwei kleine, zarte und eigenartige Briefe von Bettina empfangen und seither nichts mehr von ihr gehört. Sie ist jetzt Ärztin in Paris.
2008 veröffentlichte sie mit Friederike Mayröcker und einem Typen, den ich nicht kenne, die Lyriksammlung "Kassandra im Fenster". Dieses Buch gibt es nicht bei Amazon, das ist ja schon einmal was Besonderes! Als ich bei Google "Druckversion bestellen" anklickte ("E-book nicht vorhanden"), kam ein neuer Button: "Buchhandlungen in Ihrer Nähe"...
Na, das ist ja ein toller Tipp!
Liebe Bettina, wenn du dies liest, schreib doch mal wieder!!!
Also nicht unbedingt mir, sondern überhaupt.
Ich würd mich echt freuen. Denn auf das Schreiben kommt es an!

Dein Lyrikscout

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Montag, 11. Juni 2012


Montag, 30. April 2012

FARBE WECHSELN
Von cityscout2, 14:09

Ausgerechnet aus Bolivien erreichte mich folgender Filmtipp:
Der Film "Adopted" handelt von Europäern, die sich von westafrikanischen, genauer gesagt ghanaischen Familien adoptieren lassen, weil ihnen das einsame Vor-Sich-Hin-Wurschteln hierzukontinente reicht...
Obwohl ich diesen Dokumentarfilm noch nicht gesehen habe, weil er in die kleine Stadt, in der ich hause, nicht auf Kinotour kam, sondern nur beispielsweise in Schwäbisch Gmünd gastierte, würde ich ihn sofort weiterempfehlen/ als DVD kaufen/ nach Bolivien als Geschenk versenden etc.
Leider ist die DVD Bestellfunktion auf der Website des kleinen Hamburger Filmverleihs noch "under construction"...
www.adopted.de/pages/movie/crew.htm

Auf youtube läßt sich aber ein Trailer ansehen, der mit Schlagzeilen wie "Mitleid mal umgekehrt..." beginnt und vermitteln soll, dass man von Westafrika in puncto familiärer Zusammenhalt und zwischenmenschliche Wärme viel lernen kann und nicht immer nur sagen muss, dass die Kinder dort dünn und die Korruption verheerend sei:

www.youtube.com/watch

Den größten Patzer leistete sich letzte Woche "DIE ZEIT", wo ein gewisser Walter van Rossum in seiner Buchkritik des Romans "Heimsuchungen" von Chimamanda Ngozie Adichie aus Nigeria doch glatt schrieb, es gäbe in Nigeria zwar 150 Mio. Einwohner, aber bloß fünf Buchläden.
Sollte wohl witzig sein.
Na, mensch, Giovanni di Lorenzo, wie können Sie sowas denn veröffentlichen?
Soll man denn nun nur noch Gartenzeitschriften lesen?
"DIE ZEIT" war für mich immer so eine Art vorletzter Rettungsanker im Meer der verschwindenden Intellektualität der Tagespresse.
Und zu guter Letzt hoffe ich, dass wenigstens MEINE Metapher stimmt, wenn sie schon ausschließlich meine wenigen trauten Leser lesen, die mich auch immer wieder zum Weitermachen anregen.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Sonntag, 01. Januar 2012

Hurra 2012
Von cityscout2, 13:53

ALLEN MENSCHEN, DIE SICH HIERHER DURCHGEWURSCHTELT HABEN
EIN FROHES NEUES JAHR 2012/
MÖGE EUER INTERNET IMMER FUNKTIONIEREN
UND DIE DEPRESSION WIRTSCHAFTLICHER ART
SICH NICHT AUF EURE PERSON AUSWEITEN/
MÖGT IHR NICHT DER VOM KABARETTISTEN DIETER HILDEBRANDT AUSGERUFENEN
ZUNEHMENDEN ENTKLUGUNG ZUM OPFER FALLEN (siehe unten bei Kommentare)/
EIN LANGES LEBEN/
UND IMMER SCHÖN LESEN/

VIVE LA POÉSIE (Glitzerschrift)//:
cityscout 2012

[Kommentare (1) | Kommentar erstellen | Permalink]


Freitag, 04. November 2011

BEDRÜCKENDE RÜCKEN
Von cityscout2, 17:38

Puh, nach DER Kritik, oder besser: nach DEM Verriss von Hubert Winkels in der "ZEIT", der sich mit dem neuen Werk "Rücken an Rücken" der Buchpreisträgerin Julia Franck befasst, ist man froh, dass man  sich den Roman nicht aus Solidaritätsgründen gekauft hat (man kennt die Dame nämlich persönlich, obwohl man sie seit Jahrzehnten nicht gesehen hat, und fand sie immer nett, seit man mal auf der Berliner Funkausstellung ihr gegenüber jobbte)!!!
IIIIH, was wird denn da erzählt? Kindesmissbrauch durch KZ-Opfer? Wie eklig!
Nun, eklig geschrieben hat sie ja schon immer, so eklig, dass es ihr peinlich war, auf Nachfrage das Thema ihres Gewinnertextes beim Open Mike Berlin Weissensee 1995 zuzugeben.
Die spätere Lektüre von Zahnfleischbluten und Mundgeruch machte das Ausweichen verständlich...
Auch die Beschreibung des Geschmacks von Popeln in ihrem Erstling "Der neue Koch" (Weich, wie Mozzarella) ist in lebhafter Ekel-Erinnerung geblieben.

Seither sind viele Werke von ihr erschienen und Preise auf sie herabgeregnet, nach "Liebediener" gab ich das Mitlesen aus verschiedenen Gründen auf.

Letztes Jahr ist sie dann in den Olymp der deutschen Gegenwartsliteratur aufgestiegen, mit der "Mittagsfrau", das ich nach einigen Seiten und ein paar Kritiken wieder weglegte. Nicht einmal das Taschenbuch würde ich mir zulegen, weil mir eine solche Literatur, in der eine Frau ihr Kind am Bahnhof zurücklässt, keinen Erkenntnisgewinn bringt, sondern nur Depression.
Zum Glück ist Julia auf Kritiker nicht mehr angewiesen. Sie könne sogar Lyrik veröffentlichen, bekundete sie in einem Interview nach dem Buchpreis, so unabhängig sei sie nun.
Aber wahrscheinlich schreibt sie keine.
Jedenfalls hat sie bis heute keine veröffentlicht.

Niemals würde ich mir solche Gräuel durchlesen, wie sie H. Winkels erwähnt! Da kann man sich ebenso gut die Schlagzeilen von heute zu Gemüte führen: Vater erschlägt aus Rache seinen 6-jährigen Sohn, Dreijährige harrt neben toter Mutter aus, etc. p.p.

Aber wozu?
Wahrscheinlich wollte Julia den Missbrauchsopfern ihre Stimme geben, aktuellerweise die Fühllosigkeit der Kriegsgeneration gegenüber ihren Kindern zur Sprache bringen. Ich sympathisiere nach wie vor mit ihr.
Aber ich muss sie ja nicht lesen.
Die Frage ist nur: Was legt man sich zu? Die Schoßgebete? Oder doch besser Axel Hackes "Das Beste aus meinem Liebesleben"?
Wenn ihr was Gutes habt, lasst es mich wissen.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Montag, 24. Oktober 2011

MONIKAS DENKEN
Von cityscout2, 17:41

(Ihr Vorname sei ihr verziehen...)
Auf der Suche nach meinem Lieblingsgedicht von Monika Rink stieß ich glücklicherweise auf diese von Ann Cotten verfasste, leicht schnoddrige Rezension ihres Gedichtbandes "Zum Fernbleiben der Umarmung", an deren Ende das tolle Gedicht "Mein Denken" zu finden ist:

www.thegap.at/reviews/review/monika-rinck/-b93a6538bf/

Also, auf die Hoovercrafts und los!

[Kommentare (2) | Kommentar erstellen | Permalink]


Freitag, 21. Oktober 2011

IL Y AVAIT UN JARDIN...
Von cityscout2, 18:20

Zu Hülfe!!! Winnetou und Mario Adorf machen Werbung
für Hörgeräte,
Harald Martenstein will wegen einer Papptüte
die Menschheit loswerden,
da lob ich mir die gute alte Zeit, als meine Georges Moustaki-Cassette noch nicht ausgeleiert war: www.youtube.com/watch
Die Akzente stimmen zwar nicht, ist aber immer noch joli.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Samstag, 01. Oktober 2011

Noch mehr vom Promi-Treff
Von cityscout2, 14:00

Promi-News vom vorigen Mal war eigentlich nicht der geeignete Titel, wenn man die Zeit betrachtet, in der das hier Geschilderte stattfand. Nur für den, der es neu liest, sind es News, es sei denn, er kennt die Promis gar nicht oder will ihnen bewusst ausweichen.
F. hat mich ja meistens beschimpft, wenn ich auf Promi-Späh gehen wollte. Von meinem eigenen Promi-Hochsitz habe ich viele nette Schauspieler sehen können und war froh, kein Journalist mehr sein zu müssen, die da unten von der Haferbrei-Masse der Fotografen fast weggeschwemmt wurden, wenn sie sich ins Promi-Schlaraffenland durchfressen wollten. Auf diese Weise habe ich sogar den Scheitel von Kate Winslet getroffen (natürlich Foto-Jagd!) und eine amerikanische Schauspielerin, die Lieblingsschauspielerin einer Freundin, deren Namen ich aber im Laufe der Jahre vergessen habe.

...auf den Berliner Filmfestspielen trafen wir aber nicht nur Sean Connery und Kate Winslet, sondern ich einmal auch Bruce Willis. Der war ja mal so prominent, dass sogar seine Masseurin, eine Berlinerin, prominent war, und zwar hauptsächlich, weil sie dies angeblich nicht wollte.
Letzte Woche sagte mir ein Gesprächspartner beim Vergleichen von Größen, dass Bruce Willis 1 m 96 groß sei. Als ich ihn vor Jahrzehnten im Berliner Zoo Palast traf, aber nicht auf dem roten Teppich, sondern einfach beim Treppe runtergehen in eine Ecke gelehnt, fiel mir als Erstes auf, dass er viel kleiner war als man ihn sich vorstellte. Als Zweites bemerkte ich, dass er sehr sympathisch war, denn er lächelte (bescheiden?). So sagte ich zu meinem Gesprächspartner, dass Bruce Willis sich vielleicht auf Facebook eine größere Größe gegeben hatte, damit er nicht so schnell auf der Straße erkannt würde, denn wenn alle, die ihn treffen wollten, nach oben guckten, würde man ihn ja glatt übersehen...

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Dienstag, 02. August 2011

Promi News
Von cityscout2, 13:24

Gruß an F., die ist ja immer weggerannt, wenn Promis kamen...

Und die kamen in Berlin ziemlich oft.

Ich habe das ja nie verstanden, früher gabs ja noch RICHTIGE Promis, so mit Glanz und Glamour und Millionen in der Tasche oder welche, die richtig gute Musik selbst schrieben. Oder Filmstars. Nicht so wie heute, lauter geklonte Alexe, junge hübsche alter egos von einem gealterten oder im Grunde hässlichen Musikerfinder,  jedes Jahr einen neuen, nächstes Jahr vergessen, nur der Alex hat seinen Ruhm nicht vergessen und bekommt ein Problem, weil er weiter Promi sein will, aber da ist er der einzige...

Hab auch öfter Nena auf dem Ku'Damm getroffen, mit und ohne Hunde(n).

Und nun wohnt in demselben Haus wie mein Onkel Marcia of Boney M. Ich fand heraus, dass sie nach schwerer Erkrankung eine neue CD releast hat, mit über 60! Mit ihrem Freund, und die haben wir natürlich dort ein- und ausgehen sehen. Toll, im Alter noch Musik zu machen, auch wenn sie etwas fad ist, aber die Botschaft ist nett.

Schau rein: www.youtube.com/watch

Da bekommt man direkt Lust, auch eine CD zu releasen. Mit allen Promis drauf, die einem mal begegnet sind. Sean Connery zum Beispiel und Kate Winslet und mit Alfred Biolek habe ich sogar in der Londoner Disco Busbys geplaudert. Da habe ich mich aber nicht als Deutsche zu erkennen gegeben und so getan, als ob ich ihn nicht kannte. Daraufhin hat er mir erzählt, wie froh er sei, in London zu sein und unbekannt, denn zu Hause würde er auf Schritt und Tritt angesprochen, das war ihm lästig.

Die Engländer und Franzosen haben nach meinen Beobachtungen ein sehr entspanntes Verhältnis zu ihren Promis.

In einer Pariser Disco saß ich neben dem Sänger von Simply Red an der Bar und herein kam Steffi "Sorgenkind" von Monaco, dann tanzten wir alle neben zig schwedischen oder sonstwie hellblonden Models und plötzlich fühlte man sich selber prominent. Man wurde auch ständig großzügig zu irgendwelchen Partys und in weitere Clubs eingeladen und einmal war ich bei einer Riesenfete einer reichen Politik-Studentin zu Gast, die ich nur über Dritte kannte.

Dort stand im Bad die riesigste Flasche Chanel N° 5, die ich je gesehen hatte.

Wenn einem die Zigaretten runterfielen, kam gleich ein Promi-Frisör (zwei Promi-Frisöre veranstalteten die Party) und sagte, lass liegen und bot einem eine neue an.

Dort lernte ich einen Zwerg kennen, der sich mit einem extra für ihn angefertigten Motorrad als Fotograf betätigte, natürlich als Schöne-Leute-Fotograf, denen er bloß bis zur Gürtelschnalle reichte. Heute würde man Paparazzo sagen oder vielleicht auch nicht. Er wohnte in einer winzigen, dreieckigen Kammer über den Dächern von Paris, die vollgestopft mit Nackten-Comics war, und ließ keine Party und keinen Club aus.

Richtig reiche Promis wollte ich auch in Monaco treffen, hatte mir schon die Zugverbindung aufgeschrieben, die mich zu dem Club bringen sollte, in dem Boris B., damals ein Super-Promi, heute bloß noch Erbgut-Verbreiter und Marktwert-Tester, regelmäßig "verkehrte". Leider hatte ich zwei Berliner Trantüten mit, die unbedingt zu einer bestimmten Zeit ins Bett wollten, obwohl wir an der Cote d'Azur waren. Naja, alleine bin ich dann doch nicht hingefahren, da hätte schon Nina dabeisein müssen, obwohl Nina erst mit 27 Jahren anfing, verrückt auszugehen.

Das hätte sich dann zeitlich nicht überschnitten, denn mit 27 hörte ich fast schon wieder auf, wegzugehen, zumindest in deutsche Clubs, weil da plötzlich nur noch gerempelt wurde. Nach der Acid-House-Welle kam ja die Techno-Welle, die von extremen Ego-Trips gekennzeichnet war.

Von den jungen Ausgängern wie der Axolotl-Autorin und ihrem Vorbild, dem "Strobo"-Verfasser (nach denen inzwischen keine Henne mehr kräht, was war das vor Jahresfrist für eine Aufregung! Vgl. meine Beiträge von damals) habe ich dann nur noch gelesen, wenn auch nur oberflächlich, weil so ein Geschreibe meiner Ansicht nach der Gemeinschaft nichts bringt, und den Club Berghain in Berlin, wo angeblich nur bestimmte Leute reindürfen, habe ich noch nicht einmal von weitem gesehen. Dem Sophienclub in Mitte habe ich mich mal genähert und einen Schauspieler, den Stadlober oder Stadlhuber oder Stadtlober oder wie der heißt, davor getroffen, der kam auch nicht rein. Und solche seltsame Einlasspolitik, wo man von der Laune eines Schulabbrechers und Fitnessstudio-Bewohners abhängig ist, finde ich einfach ignorierenswert.

Nina frequentierte ja vor allem ausländische Clubs oder tanzte Tango auf Hinterhöfen.

Von ihr habe ich bei ihrem Umzug nach Australien eine Riesenkiste Nagellacke "geerbt", manche gehen heute noch. Ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der so viele Schuhe und so viele Nagellacke hatte. Die wäre sofort mitgefahren, schließlich hat sie 1000 Urlaube in Marbella verbracht, um was kennenzulernen, aber komischerweise hat sie angeblich nie einen Promi getroffen...

Davon ein andermal.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Montag, 01. August 2011

FILM FÜR LEBENSMÜDE
Von cityscout2, 17:35

Vor vielen Jahren hat mir ein Bekannter mal von dem Film "Das große Fressen" erzählt und sich dabei schiefgelacht: "Kennst du das 'Große Fressen'? HAHAHAHA!"

Weil er sonst auch fast nur von lustigen Filmen sprach, er war ein großer Fan vom "Großen Blonden mit dem schwarzen Schuh", Louis de Funez gesammelten Werken und nervte dauernd mit Zitaten aus Inspektor Clouseau (ich war damals eher in einer ernsten Lebensstimmung), dachte ich, auch das "große Fressen" sei eine Komödie und kaufte es neulich im Sonderangebot, sozusagen als Reminiszenz an den inzwischen verstorbenen Bekannten.

Wir machten es uns also mit dem "großen Fressen" gemütlich, die Kinder wurden rausgeschickt, es war ja ab 16, und warteten gespannt auf das Lustige.

Erst kam ein Koch, der mit seiner Messersammlung übers Wochenende seiner strengen Gattin entfliehen wollte. Dann ein irgendwie schwul wirkender Michel Piccoli, der seiner Tochter seinen Wohnungsschlüssel übergab. Und dann noch ein Typ, der in seine inzwischen gealterte Amme verknallt war und sich von ihr belecken und herumkommandieren ließ.

All diese Typen, einen sexsüchtigen Marcello Mastroianni, der trotzdem irgendwie frauenfeindlich rüberkam ("Verdammte Scheiße, wenn die so fett ist, dass man nicht hineinkommt!"), nicht zu vergessen, wollten sich zu Tode fressen, eine dicke Grundschullehrerin machte mit.

Das Lustige ließ auf sich warten.

Weshalb sie das wollten, wurde bis zum Schluss nicht klar. Sie hatten alle gute Berufe und sogar Hobbies. Sie hatten Geld und Freundinnen.

Also, Fazit, ein Film, an dem bloß Lebensmüde Spaß haben. Falls jemand anderer Meinung ist, meldet euch bitte. Würde mich mal interessieren, wer so etwas witzig findet und weshalb es ein Kultfilm geworden ist. Der einzige Gewinn: Man hatte hinterher 3 Tage keine Lust mehr auf Essen. Schon allein der tödliche brustförmige Pudding, an dem dann das Muttersöhnchen starb, das sich doch eigentlich eben erst in die Dicke verliebt hatte, war zu eklig.

Der Rest des Films handelte nur von Pupen und K..., es stank schon aus dem Bildschirm.

Da fragt man sich, was mit diesem Regisseur los war und lobt sich seinen Kempowski, der kann vornehm über Pupse schreiben!

Mein damaliger Bekannter war übrigens auch lebensmüde, schon in jungen Jahren, obwohl er es grandios überspielen konnte. Deswegen wird er "Das große Fressen" wohl auch gemocht haben. Das Leben hat ihm seinen Wunsch dann mit 35 Jahren erfüllt, aber ob er das dann immer noch wollte, kann ich nicht sagen.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Donnerstag, 28. Juli 2011

NACHLESE
Von cityscout2, 14:31

So, nun ist rausgekommen, dass Amy Winehouse (über die ich mir bis zu ihrem Tod sehr wenig Gedanken gemacht habe, ja, bis vor einem Jahr KANNTE ich sie nicht einmal. Ein älterer Bekannter hat mich auf sie aufmerksam gemacht:
"Das ist die, die sich immer so verrückt schminkt, diese Verrückte") gar keinen Selbstmord begangen hat, sondern womöglich an Herzversagen gestorben ist.
Sie wurde auf dem jüdischen Friedhof beerdigt.
Nun ja, ihr Vater meinte also, sie wäre dort, wo sie jetzt ist, glücklicher, als sie es auf der Erde je hätte sein können.
Er versuchte auf der Beerdigung auch, "witzig" zu sein und hatte schon 2007 oder so eine Grabrede für seine Tochter vorbereitet, da gings ihr auch schon schlecht.
Sie hatte nämlich Borderline.
Ach so.
Auch derartige Geisteskrankheiten und psychische Auffälligkeiten wie Depression und Borderline, auch Demenz und Alzheimer sind - genau wie Krebs - in Afrika kaum anzutreffen.

Über den Massenmörder von Norwegen habe ich erfahren, dass sein Vater "seit 1995 nicht mit ihm gesprochen hat". Und er wolle ihn nie mehr wiedersehen, ließ er verlauten. Die Eltern hätten sich schon kurz vor oder nach seiner Geburt getrennt.
Hätte dieser Mann durch ein irgendwie geartetes Verhältnis zu seinem Sohn den Massenmord nicht vielleicht verhindern können?
War es vielleicht ein innerer Hass auf die fehlende Vaterfigur?
All das sind selbstverständlich Spekulationen, aber ich bin sicher, dass jetzt wieder Diskussionen ausgelöst werden über Atten- oder Gewalttäter, die eine unglückliche Kindheit hatten oder die ein erhöhtes Geltungsbedürfnis haben.
Doch was bringen diese Erklärungen den Opfern?


Nach dem Tod von O. Bin Laden geriet ich in eine solche Diskussion mit jemandem, der den "Top-Terroristen" nicht einseitig verurteilen wollte, sondern versuchte, dessen Motive zu verstehen. Es existieren sogar philosophische Theorien, die die Existenz des Bösen negieren wollen und alles auf Defekte der Gesellschaft zurückzuführen versuchen. Doch den Opfern hilft dies ebenfalls wenig.
Es scheint eine große Einsamkeit zu sein, die in unserer Gesellschaft solche Todesfälle, Selbstmorde auf Raten und Attentate hervorbringt.
Zumindest die Attentäter von Norwegen oder deutscher Schulmassaker waren äußerst isolierte Menschen, die in ihrer eigenen Welt lebten.
Auch dies ist im kommunikationsfreudigen Afrika kaum möglich, weil ständig mit jedem über alles geredet wird und man sich nicht auf diese Weise abkapseln kann.
Es ist sehr aufschlussreich, beide Gesellschaften in dieser Hinsicht zu vergleichen.
Wenn ihr auch Gedanken oder Anregungen zu dem Thema habt, lasst etwas von euch hören.

Schönen Sommer wünscht
c.s.

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Dienstag, 26. Juli 2011

LEBENSWILLE
Von cityscout2, 12:24

Nach den Nachrichten, die man die letzten Tage so verfolgen konnte und der Mitteilung aus Berlin über den Tod einer Familie mit 4 Kindern sowie der gesammelten Internet-Kommentare auf Web.de fällt einem ziemlich viel ein.

Zum Beispiel der Unterschied zwischen den Menschen in Somalia bzw. Kenia und hier: Auf der einen Seite diese Mütter, die sich in ihren langen, farbigen Gewändern, unter denen sich völlig ausgemergelte und erschöpfte Körper verbergen, mit ihren Blechgefäßen an der Wasserstelle aufreihen -

SIE WOLLEN LEBEN!

Sie sind geflüchtet durch Wüsten und staubige Öden, kriegsgeplagte Städte, die Kinder immer auf dem Rücken und endlich in diesem überfüllten Lager angekommen, endlich in Sicherheit, nur leider vom Hungertod bedroht

UND WOLLEN LEBEN

Mir sind kaum Berichte aus Afrika zu Ohren gekommen über Selbstmorde, schon gar keine Familienselbstmorde.
Wenn, dann finden diese Selbstmorde hier im Asylheim statt.
Vielleicht liegt es am Gottesglauben, der dort noch vorhanden und verbreitet ist?

Auf der anderen Seite diese Leute "aus gutem Hause", superreich und berühmt in Europa, z.B. Amy Winehouse.

SIE WOLLTE STERBEN


Warum?
Viele menschliche Werte müssen ihr gefehlt haben.

Ebenso dem durchgeknallten Attentäter von Oslo.
Woher nimmt er sich das Recht, Andere zu erschießen, hinzurichten? Dachte er, er wäre ein Gott?

Das kann man nicht verstehen.

Die Kommentare vieler Menschen, wenn es um Spenden oder Dritte Welt geht, nerven. Sie kennen vom afrikanischen Kontinent nur Horrorbilder von Kriminalität, Hunger und Krankheiten, die vom Fernsehen verbreitet werden.
Wenn es hochkommt, mögen sie schwarze Stars des Sports und der Musik.
Aber sie begreifen nicht, dass die Wertestrukturen, die die dortige Gesellschaft zusammenhalten, hier zum Teil völlig zerrüttet sind. Dabei sollten wir uns ein Beispiel nehmen, am Lebenswillen und an der Hoffnung der ärmsten Menschen (natürlich gibt es dort auch Reiche, entgegen dem hiesigen Vorurteil) und an der Lebensfreude der Afrikaner.
Es geht mir hier nicht ums moralisieren, ich wunderte mich nur.

Lieben Gruß, cityscout

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


« Vorhergende Seite | Nächste Seite »

Blog powered by Beeplog.de

Die auf Weblogs sichtbaren Daten und Inhalte stammen von
Privatpersonen. Beepworld ist hierfür nicht verantwortlich.

 

Login / Verwaltung
 · Anmelden!

Kalender
« Juni, 2026 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930     

Kategorien
 · Allgemeines (91)
 · Geschichten (4)
 · HERZLICH WILLKOMMEN (1)
 · Lesungen buchen (2)
 · Lyrik (3)
 · Roman (2)

Links
 · Rangliste Pressefreiheit
 · Über die weitgehend unbekannte Krankheit Noma
 · www.utopia.de Ökoportal
 · Safe motherhood quilt project
 · Fairtrade Deutschland
 · Hier gehts zu Rapunzel Naturkost
 · malala

Inhalt
# Ein gutes Jahr 2013.../ Weihnachtsspecial (Tragi-Satire)/ Olle Freunde (Bildnis der Diva als Familienmutter und mal wieder Georg Klein)/ Safe motherhood quilt project (Über das Projekt der Hebamme Ina May Gaskin)/ Anthologie/ Browsender Sturm/ Gehts noch langweiliger?(Über den neuen "Erwachsenenroman" von Joanne K. Rowling)/ Ein Herz für Lyrik (Hildesheimer Lyrikpreis 2012)/ documenta- yes!/Vergessen - nicht von cityscout (Über Bettina Galvagni)/Lasst die Spinnen in Ruhe/Farbe wechseln (Zum Film "Adopted", in dem einsame Europäer von afrikanischen Familien adoptiert werden)/Hurra 2012/Bedrückende Rücken (Zum neuen Roman "Rücken an Rücken" von Julia Franck/Monikas Denken (Zum Gedicht "Ich habe heut' Nacht mein Denken gesehen" von Monika Rinck, Kritik von Ann Cotten/Il y avait un jardin/Noch mehr Promi-News/Promi-News/Film für Lebensmüde (Über "Das große Fressen"/Nachlese/Lebenswille/Spendet für die Kinder in Kenia/Endlich Kempowski - Verkehrte Welt/Neue Tipps (Über Frau Freitag, Autorin des Bestsellers "Chill mal, Frau Freitag" und einen Tunnel unter der Seine/in memoriam Heidi W./Gesehen bei Ehrensenf/Wer ist Alain Delon?/Felix cityscout/Zeitenwende/Idealismus today/Lektüre 2011/Ständig Essen/Merry Christmas 2010/Abenteuer im Naturkostladen/Lyrikfestival Wien/Herbstzauber/Peter hat den Preis/Julia Hartwig/Freundinnen, Täuschungen, Hilfebitten (Über die Regisseurin Emily Atef)/Phó/Zeitklammer/Willemsens Wut/Mira la Mira/Perlen aus dem Ramsch (H.M.Enzensberger und Malika Mokkedem auf dem Grabbeltisch)/Kunstkopf/Etwas schaffen/Ist da wer?/Literaturkritik/Gräber, Aktuelles, Georg Klein/Lesefutter (Sophie von Behr:"Ida und Laura"; Clemens Meyer "Die Stadt, die Lichter"; Alice Smeets "Haiti Chérie")/Happy Hausfrauen/Kriegsenkel/Verflechtungen, Bücherkäufe/Falbala/Blogger, Weggehen und W./minima mirabilia/Musenmusik und Mammon/Feridun Zaimoglu und ich/F.A.Z., Meyer und ich/P. , Proust und ich/Zum Mauerfall/Writer's Blog (Intro)

RSS Feed

letzte Einträge
 · Corona Times
 ·  LESUNGEN UND PROJEKTE 2018
 · LESUNGEN
 · Schön, euch zu sehen
 · LYRIKBAND ERSCHEINT

letzte Kommentare
 · Das ist super. Ich glaube,
 · TUN WIR. Ich wünsche im ne
 · Die Interpretation wird si
 · Wie interpretierst du dies
 · Ja, die Loveparade ist ver